BKZ-Beitrag
26.06.2015, 12:00 Uhr Übersicht | Drucken

Gedanken zur Homo-Ehe

Liebe Leserinnen und Leser,
 
aktuell wird in Deutschland intensiv über das Thema „Homo-Ehe“ diskutiert, auch innerhalb meiner eigenen Partei, der CDU. Ich will mich vor der Debatte nicht drücken, sondern Ihnen im Folgenden kurz darlegen, wie ich zu dieser Frage stehe.
 
Um das Wichtigste gleich zu Beginn zu sagen: Für mich ist und bleibt die Ehe die Verbindung von Mann und Frau.


Wer als gleichgeschlechtliches Paar in Deutschland zusammenleben will, hat bereits heute mit der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ die Möglichkeit, sich auf Dauer auch rechtlich zueinander zu bekennen. Wo es noch rechtliche Unterschiede zur Ehe gibt, sollen diese jetzt beseitigt werden; das Kabinett hat erst kürzlich dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt.
 
Dazu stehe ich auch! Wenn wir, z.B. im Steuer-, Sozial-, oder Erbrecht Lebenspartnern die gleichen Pflichten auferlegen wie Eheleuten, müssen ihnen auch die gleichen Rechte zustehen. Wir wollen Homosexuelle nicht diskriminieren.
 
Dazu bedarf es aber nicht der völligen rechtlichen Gleichstellung mit der Ehe. Der Gleichheitsgrundsatz unseres Grundgesetzes verlangt, daß nur Gleiches gleich behandelt werden muss; das ist jedoch hier nicht der Fall. Die Ehe zwischen Mann und Frau und die Familie stehen nicht ohne Grund unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. Sie stellen die Keimzelle jedes Staatswesens dar, ohne die eine Gesellschaft keine Zukunft hat.
 
Damit ignoriere ich nicht die gesellschaftliche Realität; ich weiß, daß es viele Alleinerziehende gibt und Menschen, die ohne Trauschein zusammenleben und dennoch erfolgreich und liebevoll die gemeinsamen Kinder großziehen. Die Politik hat in den letzten Jahren vieles unternommen, um diese Menschen bei ihrer Aufgabe zu unterstützen; auch hier gilt: Wir diskriminieren nicht.
 
Aber es muss dem Staat erlaubt sein und bleiben, die Ehe als die schon erwähnte „Keimzelle“ besonders zu fördern und zu schützen. Nur aus der Verbindung von Mann und Frau kann neues Lebens entstehen, können Kinder geboren werden. Der Staat darf ein Interesse daran haben, die auf Dauer angelegte Verbindung von Mann und Frau, die Ehe, anders zu behandeln als jede andere Verbindung zwischen sich liebenden Menschen. Man könnte es „positive Diskriminierung“ nennen – und dazu bekenne ich mich ausdrücklich.
 
Einige Befürworter der „Ehe für Alle“ fragen provokant, was sich für Heterosexuelle ändern würde, wenn auch Homosexuelle heiraten dürfen und geben gleich die Antwort: Nichts. Hier könnte man allerdings zurückfragen, was sich für Homosexuelle ändert, wenn man ihre Verbindung statt Lebenspartnerschaft nun Ehe nennt? Die Antwort ist ebenso einfach: nur ein Wort.
 
Es ist meine Überzeugung, daß ein anderer Gedanke – bislang noch eher selten ausgesprochen – dahintersteckt: Das volle Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Ist erst die „Ehe für Alle“ Realität, ist die „Adoption für Alle“ der nächste logische Schritt. Damit würde für mich aber eine „rote Linie“ überschritten, die ich nicht mitgehen könnte!
 
Ich will nicht in Frage stellen, daß Kinder, z.B. aus früheren Beziehungen, auch in einer homosexuellen Beziehung liebevoll und gut behütet aufwachsen, aber bei diesem Thema muss das Kindeswohl der einzig entscheidende Maßstab sein. Und es steht für mich außer Frage, daß ein Kind beim Heranwachsen, wenn es, wie bei der Adoption, dazu die Möglichkeit gibt, eine männliche und eine weibliche Bezugsperson im engsten Familienkreis erleben sollte, Vater und Mutter.
 
Meine reiflich überlegte Haltung lautet also: Keine „Ehe für Alle“ und keine „Adoption für Alle“.


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